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Darmgesundheit bei Pferden

Aktualisiert: Mai 5

Der Darm ist bei einem Pferd etwa 10 mal so lang wie seine Körperlänge und in ihm tummeln sich jede menge Mikroorganismen. Sie haben die Aufgabe die Nährstoffe aufzubereiten, zu verwandeln und Vitamine herzustellen, Nährstoffe zu zerkleinern und weiter zu transportieren um diese zu verdauen. Das System des Darms ist sehr komplex und reagiert sensibel auf jede Art von Veränderung.

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In einem gesunden Organismus ist zwischen den einzelnen Mikroorganismen ein Gleichgewicht. Sie arbeiten in Symbiose zusammen und jeder Darmabschnitt hat eine andere Zusammensetzung an Organismen und einen anderen pH-Wert. Dieser hängt unter anderem von dem Futter und der Gesundheit der Organe ab. Ebenso können Antibiotika, Wurmkuren, Stress, minderwertiges Raufutter ect. das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.


Die Haut ist der Spiegel des Darmes. Zeigen sich Schuppen, Ekzeme, Juckreiz kann dies ein Zeichen sein, dass das Immunsystem geschwächt ist, denn die Darmschleimhaut ist das größte Immunorgan. Sie ist dafür mit verantwortlich dass Eindringlinge wie Bakterien und Viren nicht ins Blut und somit in den gesamten Körper gelangen. Ist die Darmschleimhaut nicht intakt können diese Krankheitserreger sich im gesamten Körper ausbreiten. Der Körper wird geschwächt und die Haut reagiert. Daher ist eine gesunde Darmschleimhaut besonders wichtig und diese wird von einer gesunden Darmflora aufrecht gehalten.

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quelle bild :pixabay

Im Darm finden wir noch das enterische Nervensystem, oder auch „Bauchhirn“ „Eingeweidenervensystem“ genannt.

Das enterische Nervensystem, ein Nervengeflecht welches die Darmwand durchzieht, hat ca. 4 - 5 mal mehr Neuronen als das Rückenmark, arbeitet vollständig autonom, also selbstständig, unterliegt aber den Einflüssen des vegetativen Nervensystems. Das bedeutet, dass bei Stress, wenn der Sympathikus aktiv wird, das Bauchhirn herunterfährt.


Seine Aufgabe ist es, die Verdauung zu steuern und für die Kommunikation der Darmbakterien untereinander, und somit für die Darmgesundheit verantwortlich.

Arbeitet nun das enterische Nervensystem nicht mehr richtig, kann das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten. Die Immunabwehr fährt herunter und es kann eine Dysbalance im Darm entstehen und Eindringlinge können die Darmschleimhaut passieren. Folgen können Kotwasser, Blähungen, Koliken, Allergien, stumpfes Fell, allgemeine Leistungsminderung und viel mehr sein.


Das Mikrobiom wird durch das Säugen der Fohlen mit allen wichtigen Nährstoffen und Mikroorganismen gestärkt. Durch das Absetzten verändert sich in den meisten Fällen von heute auf morgen diese Komponente. Die Muttermilch fehlt.


Das ist für das enterische Nervensystem und die Darmbakterien ein starker einschnitt. Zumal dies meist auch mit sehr viel Stress verbunden ist welches den Sympathikus aktiviert und alle Organfunktionen erstmal herunter gefahren werden. Dadurch sind Fohlen, aber auch alle anderen Säugetiere, in diesem Moment besonders anfällig und empfänglich für Krankheitserreger.


Das System gewöhnt sich doch meist auch wieder an diesen Zustand und entspannt, aber diese Schockenergie bleibt im System gespeichert und die Darmflora ist vermutlich erstmal aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn dann weitere Stressfaktoren hinzu kommen (Stallwechsel, Kastration, Wurmkuren, minderwertiges Raufutter...) kann sich das Mikrobiom nicht wieder so schnell in Balance bringen.

In den meisten Fällen sieht man äußerliche Veränderungen aber noch nicht da das System ja noch jung ist. Wenn sich Sympthome aber im außen zeigen, was dann meist erst im Alter geschieht, bedeutet das, das der Organismus es nicht mehr schafft dagegen anzukämpfen. Daher ist es immer besser vorher schon zu reagieren.


Was kann man dagegen tun?


  • qualitativ hochwertiges Heu am besten ad libitum. Wenn das nicht möglich ist, keine längeren Fresspausen als 4 stunden und kein Stress beim Fressen entstehen lassen durch Futterneid oder Platzmangel welches gerade für Rangniedrige Pferde leicht entstehen kann.


  • Sauberes, keimfreies Trinkwasser


  • selektiv Entwurmen ansonsten danach eine Entgiftung, welche auch nach Medikamenten gemacht werden sollte.


  • Ganzjähriger Weidegang oder zumindest kein abruptes an- und abweiden


  • täglich ausreichend Bewegen


  • Stressfreie Haltung in einer passenden Gruppe. Das ist leider in der Haltungsform welche wir haben oft am schwierigsten. Offenstall ist zwar für mich die beste Haltungsform, aber wenn zu viele Pferde auf kleinem Raum mit wenig Futterplätzen stehen bedeutet das leider auch Stress für die Pferde. Dazu kommt das in Pensionsställen auch die Herdenstruktur oft nicht stabil ist. Wenn du ein Pferd hast welches dadurch oft in Stress gerät können Bachblüten in solchen Wechselzeiten oder auch Heilströmen für euch eine gute Hilfe sein.


  • Stressfaktoren minimieren und Schockenergie aus dem Körper zu lösen, sodass die Organe wieder vollständig funktionsfähig arbeiten können.



Kräuter für den Darm


Man kann mit Kräutern auch die Darmflora unterstützen. Sie fördern die Darmflora und helfen, energie- und eiweißreiches Gras und Heu besser zu verdauen. Sie fördern die Sekretion der Verdauungssäfte und regen ebenso die Bauchspeicheldrüse an. Dadurch kann sich die Darmflora erneuern, der Blinddarm wird entlastet.

quelle bild: pixabay
  • Kümmel wirkt krampflösend, verdauungsfördernd und appetitanregend. Er fördert die Durchblutung der Magen-Darm-Schleimhaut und regt den Gallenfluss an.


  • Kamille löst Krämpfe, entbläht, regt die Magen-Darm-Bewegung an


  • Schafgarbe soll beruhigend und durchblutungsfördernd wirken und deshalb auch bei Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall helfen. Galle: Schafgarbe kann den Gallenfluss fördern und somit Völlegefühle und Übelkeit lindern.


  • Anis wird bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen geschätzt. Die Pflanze wirkt außerdem entkrampfend, was sie wertvoll bei Magendarm-Krämpfen macht.


  • Thymian regt die Verdauung an und sorgt dafür, dass Futter besser verdaut werden kann. Thymian kann auch vorsorglich gegen Parasiten gefüttert werden.


  • Koriander fördert die Bildung von magensaft und wirkt durch die zahlreichen enthaltenen ätherischen Öle krampflösend und entzündungshemmend.


  • Oregano enthält neben ätherischen Ölen reichlich Bitter- und Gerbstoffe, die antibakteriell und pilzabtötend wirken.


  • Ringelblume pflegt die Schleimhäute in Magen und Darm, wirkt positiv auf Leber und Galle, führt zu einer ausgewogenen Darmflora und pflegt die Haut.


Kräuter helfen allerding nur wenn das System noch stabil genug ist. Ansonsten können die enthaltenen ätherischen Öle für den Organismus auch zu viel sein. Da sollte dann der Darm nach einer genauen Darmfloraanalyse mit den darauf abgestimmten Prä- und Probiotika behandelt werden.


Sollte dein Pferd Probleme mit dem Darm haben kontaktiere immer einen Tierarzt. Wenn du sonst noch Fragen hast kannst du gerne auch mir schreiben oder einfach anrufen.


Alles gute


Lea


ps: das gleiche gilt für deinen Darm im Übrigen auch!!






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